Mythos eines Händlers

Aeron Assis. Niken S. Leutre. Niemar Kokolen. Ist irgendeiner dieser Namen der wirkliche Name des Mannes, der sie verwendet? Sein bekanntestes Pseudonym ist nicht einmal ein Name, der Broker. Erwähnen Sie den Broker gegenüber einer staatlichen Einrichtung überall in der Welt von EVE und Sie können sicher sein, eine Antwort zu bekommen. Die einzige Sache, die höher ist als die Anzahl der Aliase ist die Anzahl der Spekulationen über seinen Hintergrund. Es gibt sehr wenige bekannte konkrete Fakten über diesen schwer fassbaren Spion, Unterhändler, Informant, Waffenhändler und Manipulator von Menschen und Staaten. Als ein Meister der Verkleidung, der die neueste in Klon- und DNA-Technologien nutzt, um sein Aussehen geheim zu halten, sind grundlegende Informationen wie Rasse, Größe oder Haarfarbe nicht bekannt. Allerdings wird am häufigsten angenommen er sei amarrianischer oder gallentischer Abstammung, von durchschnittlicher Größe und Körperbau, ohne offensichtliche Makel oder sonstige auffällige körperlichen Merkmale.

Seit mehr als 50 Jahren ist der Broker direkt oder indirekt in verschiedenen Beziehungen zwischen den Staaten, prominenten Kriegsherren oder Geheimdiensten involviert. Die meisten dieser Geschäfte sind Informationsaustausch, Waffenverkäufe und Spionage. Darüber hinaus wurden dem Broker verschiedene Berichte über kriminelle Aktivitäten und sogar Terrorismus zugeschrieben, aber keine von ihnen konnten jemals zweifelsfrei erwiesen werden. Bekannt ist, dass der Broker ein großes Informationsnetz unterhält, vor allem in den höheren Schichten der Gesellschaft. Er nutzt dieses Netz, um vorteilhafte Geschäfte zu machen, aber er nutzt die Informationen auch für Erpressung, Bestechungen von Menschen oder auch ganzen Regierungen. Bei diesen Operationen arbeitet er oft im Auftrag von Dritten, und immer sind politische oder wirtschaftliche Rivalen die Opfer.

Wie es sich für die geheimnisvollen und schattenhaften Bemühungen des Broker geziemt, haben einige seiner Taten die Öffentlichkeit erreicht. In den inneren Kreisen der Spionagewelt, hat jeder eine eigene Geschichte über ihn, die oft einen Einblick in ein Stück eines viel größeren Plan bietet, dem sich der Broker verpflichtet hat. Eines seiner berühmteren Kunststücke fand früh in seiner Karriere statt, vor fast einem halben Jahrhundert und ist unter Geheimagenten als Omicron Vorfall bekannt.

Zu dieser Zeit stritten zwei feudale Herren der Amarr, die benachbarte Domänen am Rande des Kaiserreichs Amarr beherrschten, über das Privileg ihren Einflussbereich zu vergrößern indem sie um die Gebiete eines weiteren Lords konkurrierten der kürzlich verstarb. Der Broker, aktiv unter dem Namen Aeron Assis, hatte gerade einen Vertrag über den Kauf einer großen Menge an Caldari und Gallente Waffen abgeschlossen. Er suchte nach möglichen Interessenten und beschloss, die beiden amarrianischen Feudalherren wären die idealen Kunden. Das Problem war, dass die beiden Herren gerade dabei waren, ein Abkommen über die Teilung der umstrittenen Gebiete zu schließen. Der Broker handelte schnell und produzierte Dokumente die darlegten, dass einer der Herren, Hurid-Akan, die Ermordung des anderen Herrn, Kirion, plante. Die Nachricht erboste Kirion und ließ ihn alle Verhandlungen mit Hurid-Akan abbrechen. Entschlossen, das Eisen zu schmieden solange es noch heiß war, machte sich der Broker auf den Weg in die Hurid-Akan-Domäne und spielte dem Hurid-Akan Geheimdienst (gefälschte) Informationen zu, aus denen hervor ging dass die Verhandlungen nur abgebrochen wurden um die umstrittenen Gebiete mit Hilfe von unbekannten Partnern zu überfallen und zu besetzen. Hurid-Akan zögerte, denn er hielt seine Armee für zu schlecht ausgerüstet, um ein effiziente Streitmacht aufzustellen. Zu seiner immensen Erleichterung erfuhr er, dass ein Caldari Waffenhändler auf dem Weg war um seine Hauptstadt zu besuchen (das war natürlich der Broker in einer weiteren Verkleidung). Der Broker verkauft Hurid-Akan Caldari Waffen erster Güte und reiste anschließend in Richtung Kirion Domäne. Unterdessen begann Hurid-Akan zügig mit der Mobilisierung seiner Streitkräfte.

Kirion, durch die Mobilisierung der Hurid-Akan Kräfte alarmiert, begann seine eigenen Vorbereitungen für den Krieg. Der Broker spielte ihm Informationen über die erworbenen Caldari Waffen von Hurid-Akan zu, und bot Kirion als Gegenmaßnahme den Kauf gallentischer Waffen an.

Über mehrere Tage spielte der Broker beide Herren gegeneinander aus, und nutzte dazu eine Mischung aus gefälschten Überwachungsdaten, gefälschten Dokumente die imaginäre Güter und Pläne beschrieben und sein Netz von Agenten und Doppelagenten in beiden Lagern. So verstärkte er Stück für Stück die Paranoia beider Herren, so dass sie immer mehr seiner Waffen kauften. Schließlich erfuhr der Amarr Kaiser von den erhöhten Spannungen in der Region, und sandte einen königlichen Schiedsrichter aus der die Lage beruhigen sollte. Zu diesem Zeitpunkt hatten die beiden Herren bereits ihr gesamtes Vermögen für den Kauf aller Waffen des Brokers aufgewendet, und der Broker selbst ist unauffällig aus dem Reich verschwunden. Das sollte nicht das letzte Mal sein, dass der Broker Fraktionen zu seinem eigenen Nutzen genial gegeneinander ausspielte.

Im Laufe der Jahre gab sich der Broker zunehmend paranoid und hielt seine Identität und seinen Aufenthaltsort verborgen. Sein riesiges Informationsnetz und der angehäufte Reichtum hat ihm das relativ leicht gemacht, und heute arbeitet er bei seinen Machenschaften in der äußeren Welt fast ausschließlich über Mittelsmänner. Er ist immer noch sehr aktiv, aber das tatsächliche Ausmaß seiner Operation kann nur Gegenstand von Spekulationen bleiben.

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