TheMittani: NullSec neu denken

Koalitionen

Wir spielen heute in einem NullSec was fast vollständig bipolar ist. Viele beweinen das als Ergebnis von risikoscheuen Spielern, aber die Wahrheit ist dass das der natürliche Ausgang des heutigen Sovereignty Systems ist. Diese Koalitionen werden erschaffen und erhalten von der Spielmechanik die ihre Existenz erfordert.

In einer Umgebung in der die halbe Galaxie sich auf deine Heimat stürzt nur weil du schwach aussiehst, ist Schwäche keine Option. Mit der Dominion Sovereignty ist der einzige Weg deine Heimat vor der halben Galaxie zu beschützen, indem du das Gewicht der anderen Hälfte hinter dir hast.

Die bipolare Galaxie muss enden, und die Koalitionen müssen aufgebrochen werden. Ideen werden mit erstaunlicher Regelmäßigkeit hervorgebracht, wie man das bewerkstelligen könnte  – u.a.  die Anzahl der Verbündeten beschränken, die Anzahl der Systeme pro Allianz zu begrenzen, oder andere solche künstlichen Maßnahmen. Ziemlich so wie die damalige Fünf-POSen-pro-System-und-Tag-Idee, können diese Vorschläge grundsätzlich durch entsprechende Organisation umgangen werden, womit wieder nur die besser Organisierten überleben würden.

Die Realität sieht so aus, dass die Verwaltung einer Koalition eine erschreckende Menge Arbeit mit sich bringt. Sie existieren nicht weil die Leute es mögen ihre Selbstbestimmung aufzugeben, oder weil sie gern riesige Listen von Verbündeten haben. Sie existieren weil die Spielmechanik den Spielern die Wahl gibt zwischen dem Zusammenschluss und dem Ende ihrer Existenz.

Alles was getan werden muss, um Koalitionen zu vermeiden, ist sie unnötig zu machen. Die Minute in denen die etablierten Allianzen der großen Koalitionen für sich selbst stehen können, werden die Koalitionen zusammenbrechen.

Sovereignty

Dominion Sovereignty war von Anfang an ein  Problem. Unbeabsichtigte Folgen führten zu einem sehr schlechten Start – verteidigende SBUs wurden von Anfang an verwendet, und die Dominion Supercarrier wurden schnell die Grundanforderung für Sov Kriegsführung.

Obwohl an diesem System nahezu nichts Gutes zu finden ist, leben wir mit diesem System – so gut wie unberührt – nunmehr schon fünf Jahre. Man sollte es abschaffen, oder zumindest grundlegend überarbeiten. Während Logistics die Wurzel in der Flottenzusammenstellung sind, ist Dominion-Sovereignty die Wurzel bei den Koalitionen. Die Koalitionen loszuwerden bedeutet den Sov zu verbessern, daran führt kein Weg vorbei.

Es gibt keinen Grund in diesem Artikel ein neues Sov System zu erdenken. Soetwas geht zu tief in den Code und ist zu kompliziert um es vernünftig zu untersuchen, ohne über das Spezialwissen der CCP Designer zu verfügen. Die Einzelheiten der Implementierung sind ohnehin nicht wichtig. Was wichtig ist, sind die Ziele die ein zukünftiges Sov System erreichen sollte.

Verhindert Allianz-Ausbreitung

Eine Sache die das NullSec nie besonders gut beherrschte war es, Platz für die kleinen Leute zu schaffen. In der weiteren Vergangenheit gab es so wenige benutzbare Systeme dass das NullSec meist nicht mal wert war darin zu leben. In der jüngeren Zeit wurde jedes einzelne System so wertvoll dass größere Allianzen einfach ihren riesigen Weltraum vermieten und damit eine Menge ISK scheffeln.

Hinzu kommt dass das Einkommensmodell im NullSec (welches später noch eingehender besprochen wird) das Einkommen in direkte Relation zur Anzahl der gehaltenen Systeme setzt. Größere Koalitionen sind in der Lage mehr Raum zu halten als sie wirklich benötigen, was sie in die Lage versetzt den Raum zu vermieten, was die Größenordnungen weiter nach oben treibt. Dieses zusätzliche Einkommen aus dem Mehr an Raum bedeutet dass sie so viel Raum halten müssen wie sie gerade noch können. Kleineren, schwächeren Nachbarn die Existenz zu erlauben ist keine Option. Entweder treten diese bei und unterstützen die Ziele der Koalition, oder sie werden getötet und mit Partnern ersetzt die besser folgen.

Zusätzlich ist das ISK Scheffeln im NullSec langweilig und sicher, was Roaming-Gangs im NullSec dazu verdammt Schiffen beim Warp zur POS zuzuschauen, auch wenn der gelegentliche unglückliche / AFK Pilot gefangen wird. Auch hierzu später mehr.

In seiner aktuellen Form ist die Bevölkerungsdichte eines Systems streng limitiert von der Anzahl der simultanen Benutzer die ein System versorgen kann. Das hält den Local klein und einfach zu überwachen, und macht es kleineren Spielergruppen schwierig eine gegnerische Allianz zu beeinträchtigen, und setzt ein sehr hohes Minimum an Raum den eine Allianz halten kann um eine gegebene Anzahl an Spielern zu versorgen.

Was wir brauchen ist das Gegenteil: höhere Bevölkerungsdichten, mit Belohnungen die das unterstützen. Indem die Belohnungen für sich so weit wie möglich ausbreitende Allianzen entfernt werden, werden wir den ersten großen Schritt machen um Koalitionen zu entfernen.

Anwesenheitsbasierende Sovereignty

Verrückterweise ist das Einnehmen von zurückgelassenem Raum unter der Dominion-Sovereignty fast so schwer wie das Einnehmen von verteidigtem Raum. Das Einzige was es wirklich braucht um Sov zu halten sind ISK auf dem Corp-Konto; so lange diese reichen, ist es egal ob jemals jemand dort hingeht. Nirgends war das offensichtlicher als in Delve, nachdem die IT Allianz zusammenbrach. IT hat abwesend Sov über Monate gehalten, einfach weil niemand sich verantwortlich fühlte die Arbeit zu übernehmen den Raum aufzuräumen.

Nur ISK zu haben sollte nicht ausreichend sein um Sov zu halten. Sov halten sollte nur wenige ISK benötigen, dafür aber eine bemerkenswerte Menge an Aufwand auf Seiten der Bewohner. Nicht Aufwand im Sinne von POS betanken, sondern tatsächlich dort leben und den Raum benutzen.

Sovereignty sollte Anwesenheit voraussetzen und darauf basieren. Wenn die Bewohner fortgehen oder rausgeworfen werden, sollte Sov in angemessener Zeit freigegeben werden. Indem man für Sov Anwesenheit voraussetzt, setzt man die Eroberung von Raum mit einer ernsthaften Verpflichtung auf Seiten der Angreifer gleich, und gibt den Verteidigern eine sehr dringende Herausforderung.

Die Karte ist heute von Raum dominiert der abwesenden Slumlords gehört. Die Renter wissen sie haben keine Chance ihren Raum gegen den militärischen Kriegsapparat einer Koalition zu verteidigen. Ihre einzige Möglichkeit zu überleben ist die als Leibeigene.

Viele sehen das Problem der „Power Projection“ als Ursache dieser Situation, mit der Fähigkeit von Koalitionen schnell militärisch zu reagieren. Auch wenn die Angreifer gezwungen wären Subcapitals durch Gates zu bringen, hätte eine kleine Allianz keine Hoffnung beim Kampf gegen eine überlegene Macht, die für einen Kampf reinspringen kann und anschließend wieder verschwindet. Die beste Lösung wäre, hierfür Anwesenheit zur Voraussetzung für Sovereignty zu machen.

One thought on “TheMittani: NullSec neu denken

  1. Einige Ansätze im Artikel sind ganz gut, auch wenn er sich bei Capitals und Power Projection ganz schön aus dem Thema schleicht.

    Was ich nicht nachvollziehen kann: das Schaffen von Mission Hubs im Conquerable NullSec soll mehr Leben reinbringen?! Was hindert die Großen daran die betreffenden Systeme einfach rund um die Uhr zu blocken und so jeden Zugang für Kleinere unmöglich zu machen.

    Ähnlich ist es mit Kriegs-Tauziehen – mit dieser Mechanik würde sich nicht das geringste am Größenvorteil ändern, im Gegenteil, das Wecker-Stellen als Chance würde vollständig wegfallen, weil der große Gegner definitiv mehr Leute abstellen kann und somit den längeren Atem hat..

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